Demonstration gegen die Mieterhöhung in der Fliederstraße am 10.11

Seit August kämpft die Hausgemeinschaft der Fliederstr. in der Nordstadt gegen eine geplante Mieterhöhung von bis zu 300€. Die Schweizer Immobiliengesellschaft Proimmo, die mehrere Häuser in Hannover besitzt, nutzt hierbei die gesetzliche Regelung der Modernisierungsumlage, mit der energetische Investitionen am Haus, ob unsinnig oder nicht, direkt auf die Mieten umgelegt werden können. Aktuell haben VermieterInnen hierbei mit keinerlei Konsequenzen zu rechnen, wenn sie Modernisierungen ankündigen aber nicht durchführen. In der Immobilienbranche ist dieses Vorgehen längst zum Geschäftsmodell geworden. Durch den Aufbau von finanziellem und psychischen Druck auf die MieterInnen, folgt häufig der freiwillige Auszug. In der Fliederstr. möchte der Investor mithilfe der Modernisierungsumlage die Kaltmiete bis zu 68% erhöhen. Im Falle eines freiwilligen Auszugs kann die Miete auf 10% über der ortsüblichen Vergleichsmiete angehoben werden, auch ohne zu modernisieren. Die Mietpreisbremse wäre bei beiden Varianten wirkungslos. Ein lukratives Geschäft.

Der Fall ist exemplarisch für den stetig steigenden Druck auf dem hannoverschen Wohnungsmarkt geworden. Wir betrachten seit längerer Zeit die Entwicklungen und Veränderungen insbesondere in unserem Stadtteil mit großer Sorge. Der Immobilienmarkt ist zu einer der attraktivsten Investmentmöglichkeiten geworden, bei der die Bedürfnisse von MieterInnen keine oder nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Es gibt unzählige Beispiele von Hausverkäufen und damit einhergehenden Mieterhöhungen. Es gibt täglich Fälle von Zwangsräumungen in Hannover. Wir alle kennen die endlosen Strapazen einer langen und schwierigen Wohnungssuche geprägt von Konkurrenzverhältnissen und formalen Kriterien die wir nicht erfüllen. Und die meisten von uns bekommen immer häufiger die Arroganz von VermieterInnen und Hausverwaltungen zu spüren, wenn es um die Wahrung einfachster Bedürfnisse und Rechte geht.

Mitte Oktober konnte die Fliederstr. einen juristischen Teilerfolg gegen ihre VermieterInnen erzielen. Eine Unterlassungsklage aufgrund ihres Protests konnte abgewendet werden. Aber machen wir uns keine Illusionen. Es kann nicht die Perspektive sein, sich vereinzelt als Haushalt oder bestenfalls als Hausgemeinschaft mit einem Apparat aus internationalen Investoren, gut bezahlten Anwälten und Hausverwaltungen auseinandersetzen zu müssen. Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir es schaffen, uns mit unseren Problemen aufeinander zu beziehen, uns zu vernetzen und uns als Stadtteile gemeinsam zu wehren. Deshalb lasst uns am 10.11. gemeinsam demonstrieren und zusammen mehrere Häuser besuchen, die gerade mit gleichen oder ähnlichen Problemen konfrontiert sind. Wir wollen Proimmo, Delta Fonds, Vonovia und allen anderen Playern auf dem Wohnungsmarkt deutlich machen, dass wir ihren Interessen widersprechen und bereit sind uns gegen sie zu stellen. Gemeinsam wollen wir ein solidarisches Zeichen setzen und weitere MieterInnen ermutigen sich gegen den Ausverkauf unserer Stadtteile zu organisieren.

Wir sehen uns am 10.11. um 14 Uhr an der Lutherkirche,
denn unsere Wohnungen sind nicht verhandelbar!


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