Bericht aus der Hausgemeinschaft Ottenstraße 13/15

Am 25.10.2017 haben wir, die Bewohner der Ottenstraße 13 und 15 in Linden-Nord, erfahren, dass unsere Häuser vom vorherigen Eigentümer zum 01.11.2017 an die „Accentro Wohneigentum GmbH“ aus Berlin verkauft worden sind.

Die erste Internetrecherche ließ bereits nichts Gutes erahnen: die Accentro Wohneigentum GmbH ist der „deutschlandweit größte Immobilienprivatisierer“ und bisher in erster Linie in Berlin tätig, nun aber Gott sei Dank auch in Hamburg und Hannover.
Mitte November kam dann per Wurfsendung Post der neuen Hausverwaltung, in der endlich mitgeteilt wurde, wohin die Miete ab jetzt zu überweisen sei. Mit gleicher Post kündigte sich ein Architekturbüro an und bat um Terminvereinbarung zwecks Vermessung der Wohnungen und Kellerräume, so wie Erstellung von Fotoaufnahmen derselben. Diese Ankündigung ist bereits formell nicht rechtmäßig erfolgt.

Wir haben deshalb gemeinsam als Hausgemeinschaften beschlossen, der vermutlichen Privatisierung unserer Mietwohnungen die ersten Steine in den Weg zu legen – der Architekt wird bei uns vor verschlossenen Türen stehen und seine Arbeit nicht durchführen können.

Wir wollen von Anfang an zusammen stehen und dem neuen Eigentümer und seinen Beauftragten klar machen: unsere Mietwohnungen geben wir nicht so einfach her. Aus diesem Grund werden wir bereits in naher Zukunft unsere Häuser mit Transparenten versehen, um andere Stadtteilbewohner auf unsere Sorge hinzuweisen. In der näheren Umgebung zwischen Limmerstraße und Ihme sind wir bereits die fünften und sechsten uns bekannten Hausgemeinschaften, die Gefahr laufen, durch kapitalistische Ambitionen der neuen Eigentümer aus ihren Wohnungen und ihrem sozialen Umfeld
verdrängt zu werden – es kann also jeden treffen.


2 Antworten auf „Bericht aus der Hausgemeinschaft Ottenstraße 13/15“


  1. 1 Kristina 23. November 2017 um 16:52 Uhr

    Das ist ja schrecklich! Ich drücke euch die Daumen! Bleibt stark!

  2. 2 Bernd 28. November 2017 um 19:21 Uhr

    Solche „kapitalistischen Ambitionen“ finden in Linden-Nord in letzter Zeit aber auch noch auf einer ganz anderen Ebene ihren Ausdruck. Es lohnt sich, mal einen Blick auf die Angebote von AirBnB zu werfen (). Da kann man dann gleich ganze „Stadthäuser“ im „hippen Hannover-Linden“ mieten. Kein Wunder, dass immer weniger bezahlbarer Wohnraum im Stadtteil zur Verfügung steht.

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