Die Stadt gehört uns allen! Aktionstag am 08.09.2017

Alle sind auf Wohnraum angewiesen. Wie ist es zu vereinbaren, dass Wohnraum als allgemeines Menschenrecht anerkannt ist und gleichzeitig als Ware auf dem „Wohnungsmarkt“ gehandelt wird?
Bevor wir mit dem Finger auf fiese Immobiliengesellschaften zeigen, möchten wir festhalten: Wir halten es für ein großes Übel, dass es überhaupt möglich ist mit Wohnraum Geld zu verdienen.
Ob Spekulantin oder netter Vermieter macht zwar im Einzelfall einen großen Unterschied, aber beide schmeißen dich raus, wenn du die Miete nicht zahlst. Beide setzen ihre Interessen entlang der allgemeinen Spielregeln von Markt und Justiz durch. Natürlich ist es doof, wenn jemand besonders unfair spielt. Aber es darf nicht vergessen werden, dass auch „Fairplay“ nicht wirklich fair ist, wenn alle unterschiedliche Karten haben.
Wer eh schon schlechtere Karten hat und allenfalls auf Seite der Mieter_innen mitspielen darf, ist mit weiteren Problemen konfrontiert: Nicht alle haben den „richtigen“ Pass im Ärmel. Auch ein geregeltes Einkommen oder eine Bürgschaft von reichen Verwandten sind Anforderungen, die nicht alle erfüllen können.
Die Stadt anders zu denken ist nicht einfach. Eine Welt ohne Markt und andere Formen von Herrschaft und Unterdrückung haben wir alle noch nicht kennengelernt. Viele sagen vorschnell, das könne sowieso nicht funktionieren. Dabei vergessen sie, dass es so wie es jetzt ist auch für ganz viele nicht funktioniert: Zu wenig Lohn für zu hohe Miete, schlechter Wohnraum, der krank macht, Zwangsräumungen, Armut und die Illegalisierung von Menschen. Das sind in unserem Viertel und anderswo Probleme, die nicht weg zu reden sind.
Auf einem Stadtteilfest können wir Nachbar_innen uns kennenlernen und picknicken. Wir können uns austauschen und gemeinsam Ideen entwickeln, wie wir den Stadtteil gestalten wollen.
Mit einem demonstrativen Kiezspaziergang durch Linden wollen wir vergangene und aktuelle Verdrängung ins öffentliche Bewusstsein holen sowie Vereinzelung und Isolation überwinden.
Statt einer Konkurrenz unterschiedlicher Bedürfnisse braucht es kollektive Auseinandersetzungen und die Entschlossenheit, über das Bestehende hinaus zu denken und zu handeln.

Warten wir nicht auf Verbesserungen! Nehmen wir die Dinge selbst in die Hand!

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Mietenwahnsinn stoppen


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