Neuigkeiten aus dem Kiez

Liebe Leute,

es gibt gute Neuigkeiten:

Familie Türk, die Oktober 2017 ihren Kiosk am Küchengarten räumen mussten, um Rewe’s Vergrößerung zu weichen, haben einen neuen Laden und werden den am 20. Juli eröffnen.

Damals hatte der Vermieter Olbrich aus Sarstedt ihnen gekündigt, weil Rewe den Platz brauchen würde und Rewe hat daraufhin erst angegeben, den Platz nicht zu brauchen und war dann so frech, Frau Türk eine Stelle dort anzubieten. Durch juristische Unterstützung konnten sie zwar ein paar Monate herauszögern, aber weder die gute Öffentlichkeitsarbeit noch der Anwalt konnte verhindern, dass sie ausziehen mussten. Nach 1 1/2 Jahren auf der Suche können sie jetzt endlich wieder neu aufmachen!

Im Mai wurde bereits berichtet haz.de/Linden Nord Kultkiosk kommt zurück an die Limmerstr

Und seit Kurzem steht fest, dass sie am 20. Juli eröffnen werden – direkt neben der Haltestelle Leinaustraße.

Solidarische Grüße vom Kiezkollektiv

Veranstaltungsreihe

Im Rahmen des Festival contre le Racisme möchten wir auf diese Veranstaltungen aufmerksam machen


Besetzung Am Klagesmarkt

Zu Himmelfahrt gab es nicht nur familiäres Beisammensein, Naturausflüge oder stumpfe Trinkgelage, sondern einen weiteren politischen Aufschrei, was die Wohnungspolitik angeht. Wie wir im vorherigen Artikel beschrieben haben, freuen wir uns über kreative Ausdrucksformen, diesmal in Gestalt einer Besetzung Am Klagesmarkt. Die Aufrechterhaltung und Aktualität dieses Themas halten wir für sehr wichtig und begrüßen es, wenn möglichst viele Menschen in der Öffentlichkeit zu Wort (oder Tat) kommen und so gemeinsame Ziele und Lösungen für dieses Problem definieren können.

Macht euch selbst ein Bild und stöbert euch durch diese verschiedene Perspektiven vertretende Linkliste.

Bericht der Neue Presse mit Reaktionen verschiedener politischer Akteur*innen:
Hannover-Darum ging es bei der Hausbesetzung am Klagesmarkt

Ähnliches bei der HAZ (mit Video):
Aktivisten besetzen leerstehendes Gebaeude am Klagesmarkt

Unabhängige Berichterstattung:
Indymedia Hausbesetzung am Klagesmarkt

Und zwei Bilderreihen:
koronaphotography
felixdressler

Aktionen gegen Gentrifizierung

Mit etwas Verspätung wollen wir auf diese Aktion aufmerksam machen. Die Wohnraumproblematik, die in Hannover schon seit etlichen Jahren existiert, kann nicht oft genug und mit vielfältigen Aktionen thematisiert werden.

Diesen Post haben wir auf Indymedia entdeckt und wurde auch von einer Zeitung aufgegriffen:

Letzte Nacht, vom 23. auf den 24. Mai, haben wir mehrere Immobilienunternehmen gleichzeitig angegriffen:

Vonovia: Buttersäure in der Lüftung eines Transporters, Parolen auf der Motorhaube und Farbe auf den Scheiben

Weise Immobilien: Bitumen an der Fassade und an den Scheiben.

Gerlach: Zerbrochene Scheiben im Eingangsbereich.

Aus Wohnraum möglichst viel Profit zu machen ist die Praxis aller Immobilenunternehmen. Vonovia perfektioniert dieses Prinzip auf nahezu unvergleichliche Weise. Zum Glück stößt das bei immer Mieter*innen übel auf. Wen wundert’s, nicht alle haben Lust mit ihrem häufig schmalen Einkommen dem Aktienkurs des Unternehmens nach oben zu verhelfen. In vielen Städten gibt es alleine zu Problemen mit Vonovia eigene Mieter*innen-Selbstorganisationen. Vonovia und andere Unternehmen zu enteignen halten wir für ’ne gute Idee, erstmal haben sie eine Karre weniger.

Am Lindener Berg haben Weise Immobilien KG ihren neuen Sitz dort, wo vorher ein Kiosk war. Nachdem das Haus saniert wurde, mussten Mieter*innen ausziehen. „Schnell, unkompliziert und den besten Preis erzielen? Wir machen dies möglich!“ heißt es auf ihrer Webseite. Wir denken: Häuser sollen keine Ware sein und haben daher schnellen unkomplizierten Sachschaden möglich gemacht!

Gerlach hat das Bumke-Gelände aufgekauft und will dort vor allem Eigentumswohnungen und Gewerbeflächen schaffen statt günstigem Wohnraum. Die üblichen 25% Sozialwohnungen, die sie nach Auflage der Stadt voraussichtlich schaffen müssen, ersetzen bestenfalls die Anzahl der ohnehin auslaufenden Belegrechte. Da sich viele in der Nordstadt Sorgen machen, dass dieses Vorhaben die Durchschnittsmiete anhebt und generell den Stadtteil noch teurer macht, gibt es die gute Initiative „Bumke selber machen“, die Einfluss auf die Entwicklung nehmen will. Wir haben das Büro von Gerlach in der Raffaelstraße an der Eilenriede besucht und ihnen schonmal einen Eindruck hinterlassen, wie man über Bürgerbeteiligung hinaus seine Unzufriedenheit ausdrücken kann.

Unsere Angriffe richten sich generell gegen das Prinzip, mit dem Verkauf und der Verwaltung von Wohnraum Profite zu machen. Denn dadurch verlieren immer mehr Menschen ihr Zuhause. Manche finden auch nichts Neues und landen auf der Straße. Im Februar wurde z.B. Jürgen „Bauer“ Niemann tot hinterm Freizeitheim Linden aufgefunden. Zwei Jahre vorher hatten 100-200 Bullen seine Räumung durchgesetzt, nachdem sie zuvor zweimal verhindert wurde. Immer wieder erfrieren Menschen auf der Straße oder begehen Selbstmord, wenn sie aus ihrem Wohnraum verdrängt werden.

Die Häuser denen, die drin wohnen!

PS: Wir grüßen auch die Bewohner*innen der Liebig34 und alle anderen, die um ihren Wohnraum kämpfen.

indymedia

Bericht aus der HAZ:

haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Gentrifizierung in Hannover Bueros von Immobilienfirmen beschaedigt

1. Mai in Hannover